Make vs. n8n: Die Ausgangslage
Seit Zapier die Preise erhöht hat, suchen viele KMUs nach Alternativen. Make (früher Integromat) und n8n sind die zwei stärksten Kandidaten. Beide bieten visuelle Workflow-Builder, hunderte Integrationen und deutlich günstigere Preismodelle als Zapier. Doch die Unterschiede sind erheblich – und entscheidend für die richtige Wahl.
Funktionsvergleich: Make vs. n8n
| Kriterium | Make | n8n |
|---|---|---|
| Hosting | Nur Cloud | Self-Hosted oder Cloud |
| Preis-Modell | Pro Operation (Aktion) | Flat-Rate / Open-Source |
| Visuelle Oberfläche | ⭐⭐⭐⭐⭐ Sehr intuitiv | ⭐⭐⭐⭐ Gut, technischer |
| Komplexe Logik | Routers, Aggregatoren, Iteratoren | IF/ELSE, Loops, Error Handling |
| DSGVO (Self-Host) | ❌ Nicht möglich | ✅ Volle Kontrolle |
| Custom Code | Begrenzt (HTTP Module) | JavaScript & Python Nodes |
| Integrationen | 1.500+ Apps | 400+ Apps + HTTP für alle APIs |
| Lernkurve | Niedrig bis mittel | Mittel (technisches Verständnis) |
Preisvergleich 2026
Make rechnet in "Operationen" – jede Aktion in einem Szenario zählt als eine Operation. Ein Workflow mit 4 Schritten, der 500x/Monat läuft, verbraucht 2.000 Operationen. Das klingt viel, ist aber bei Make deutlich günstiger als bei Zapier.
| Plan | Make | n8n Cloud |
|---|---|---|
| Kostenlos | 1.000 Ops/Monat | Nicht verfügbar (Self-Host kostenlos) |
| Starter | 9 €/Monat (10.000 Ops) | 20 €/Monat |
| Core | 16 €/Monat (10.000 Ops, mehr Features) | — |
| Pro | 29 €/Monat (10.000 Ops, Priority) | 50 €/Monat |
| Enterprise | Individuell | Individuell |
n8n Self-Hosted auf einem Hetzner-Server (ab 4 €/Monat) hat keine Operations-Limits. Bei hohem Automatisierungsvolumen ist das langfristig günstiger als jede Make-Plan.
Wann ist Make die bessere Wahl?
- ▸Ihr Team ist nicht technisch und braucht eine intuitive Oberfläche.
- ▸Sie automatisieren Standard-Workflows zwischen gängigen SaaS-Tools (HubSpot, Slack, Google Sheets).
- ▸Das Volumen liegt unter 50.000 Operationen/Monat.
- ▸Sie brauchen schnelle Ergebnisse ohne Serveradministration.
- ▸Datenverarbeitung mit Aggregatoren und Iteratoren ist wichtig (Make ist hier stärker).
Wann ist n8n die bessere Wahl?
- ▸DSGVO-Konformität ist geschäftskritisch – Daten dürfen die EU nicht verlassen.
- ▸Sie brauchen komplexe Fehlerbehandlung, Retry-Logik und Sub-Workflows.
- ▸Das Automatisierungsvolumen ist hoch (Self-Hosting macht es kostenneutral).
- ▸Sie integrieren eigene APIs, Legacy-Systeme oder brauchen Custom Code.
- ▸Langfristige Skalierung ohne Vendor-Lock-in ist Priorität.
Praxis-Beispiel: Rechnungsverarbeitung automatisieren
Ein Steuerberater-Büro mit 3 Mitarbeitern verarbeitete 200 Eingangsrechnungen/Monat manuell. Jede Rechnung: 8 Minuten Aufwand = 26 Stunden/Monat. Mit Make haben wir folgenden Workflow aufgebaut:
- ▸Trigger: E-Mail mit Anhang in Gmail (Betreff enthält 'Rechnung')
- ▸Extraktion: PDF-Daten via Google Document AI
- ▸Validierung: Betrag, Lieferant und Fälligkeitsdatum prüfen
- ▸Buchung: Automatischer Eintrag in DATEV-kompatibles CSV
- ▸Benachrichtigung: Slack-Nachricht an Buchhaltung
- ▸Ergebnis: 85% Zeitersparnis, Fehlerquote von 12% auf 0,3% reduziert
Dieser Workflow läuft mit Make für ~9 €/Monat (ca. 1.000 Operationen). Bei n8n Self-Hosted wären es ~4 €/Monat Serverkosten – ohne Operations-Limit.
Unser Fazit
Make und n8n sind beide exzellente Zapier-Alternativen. Make überzeugt mit seiner intuitiven Oberfläche und ist ideal für Teams ohne technischen Hintergrund. n8n ist die überlegene Wahl für Unternehmen, die Datensouveränität, komplexe Logik und langfristige Kosteneffizienz priorisieren. Bei smugo setzen wir je nach Kundenprofil auf beide Plattformen.

